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Jahresbericht 2001

(Auszug)

Frühling! Dies war der programmatische Titel des diesjährigen Tonhallekonzertes. Zugleich passt der Titel zur momentanen Situation des Lehrergesangvereins.
Am 27. Mai 2001 hat nämlich der beliebte Chorleiter und Dirigent Pirmin Lang sein letztes Konzert mit dem LGV durchgeführt. Nach sieben Jahren fruchtbarer Zusammenarbeit hat er sich entschlossen, sich nebst seiner Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Luzern und am Pädagogischen Ausbildungszentrum Luzern auf seine Chöre im Raum Luzern zu konzentrieren. Pirmin Lang hat mit seiner seriösen Probearbeit, der fest eingeführten Stimmbildung und der gekonnten abwechslungsreichen Programmgestaltung beim LGV eindrückliche Spuren hinterlassen. So war seine Rücktrittsankündigung für die Sängerinnen und Sänger des LGV ein Schock. Da war es sicher gut, dass Ende Mai ein letztes gemeinsames Konzert bevorstand, das noch einmal ein Höhepunkt werden sollte.

Die drei Komponisten, deren Werke am 27. Mai zur Aufführung gelangten, hatten sich auf vielfältige Weise der Umsetzung des Themas Frühling und der damit verbundenen Gefühle und Gedanken angenommen. Als erstes Werk wurde aus Josef Haydns Oratorium Die vier Jahreszeiten der erste Teil mit dem Namen Der Frühling aufgeführt. Die höchst kunstvolle und zugleich volksnah komponierte Musik hatte es leicht, beim Publikum auf Gegenliebe zu stossen.
Dramatisch kam Sergeij Rachmaninows Komposition Der Frühling daher. In diesem Werk hat Rachmaninow ein Gedicht vertont, das zuerst die Rachegefühle des von der Untreue seiner Frau aufgebrachten Bauern und anschliessend deren Milderung durch den einsetzenden Frühling schildert. Letztendlich siegen Liebe und Vergebung. Besonders überzeugte in diesem in russischer Originalsprache aufgeführten Werk der Bariton Alexander Trauner, der die Rolle des aufgewühlten Bauern sehr eindrücklich darstellte.
Nach der Pause stand die von Göthe geschriebene und von Felix Mendelssohn vertonte Ballade Die erste Walpurgisnacht auf dem Programm. In der Ouvertüre wird der Übergang vom Winter zum Frühling dargestellt. Eigentliches Kernstück der Komposition ist das Höllenspektakel Kommt mit Zacken und mit Gabeln, wobei ein heidnischer Volksstamm seine christlichen Unterdrücker mittels inszeniertem Höllenspuk vertreibt, um seinen alten heil´gen Brauch ungestört weiter feiern zu können. Das ganze Werk wurde von den motivierten Musikerinnen und Musikern des Tonhalleorchesters sehr virtuos musiziert, so dass der Chor so richtig mitgerissen wurde.
Die drei verschiedenen Kompositionen vermochten das Publikum zu begeistern, was es dem Dirigenten und den Musizierenden mit einem herzlichen Applaus verdankte.

Am 25. Juni wurde an einer Feier im Ortsmuseum Albisrieden ein Rückblick auf die letzten sieben Jahre unter Pirmin Langs Leitung vorgenommen. Als Erinnerung und zum Dank für seine rundum zufriedenstellende Arbeit erhielt Pirmin Lang zwei Aquarelle von Beni La Roche, der für den LGV seit vielen Jahren die Konzertflyers und Plakate gestaltet.

Am 8. Juli ging mit dem Auftritt des Lehrergesangvereins am oekumenischen Gottesdienst auf der Peterhofstatt das musikalische Jahr 2000/2001 zu Ende.

Es bleibt die Hoffnung, dass der Neubeginn mit der bestqualifizierten Dirigentin Monica Buckland, die in Zürich auch den Chor ars cantata leitet, ebenso erfolgreich anläuft wie die Periode Pirmin Lang mit dem Tonhallekonzert vom 27. Mai aufgehört hat.
Die neue Dirigentin wird im August ihre Aufgabe mit viel Tatendrang anpacken und so den LGV aus seinen Reserven locken. Es ist Frühling, es kann wieder viel Neues entstehen. Packen wir es an!
Das Problem Nachwuchs, vor allem im Tenorregister, besteht nach wie vor. Deshalb wird auch zu Beginn des neuen Konzertjahres intensiv geworben und am 17. September 2001 im Singsaal der Kantonsschule Riesbach eine öffentliche Schnupperprobe durchgeführt. Möge sich auch hier der Frühling bemerkbar machen!

Dem Vorstand möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich für den grossen Einsatz danken. Nebst den üblichen Vorbereitungen, die für ein Tonhallekonzert nötig sind, brachte die Organisation der Probedirigate und der Dirigentenwahl ein beachtliches Mass an Mehrarbeit.

Aufmerksamen LeserInnen des Jahresberichtes wird nicht entgangen sein, dass entgegen der Ankündigung im letzten Jahr unser Chor seinen Namen behalten hat.




 





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